Architektur München
Moderne Architektur
in München.
München ist eine der architektonisch dichtesten Städte Deutschlands. Eine Dokumentation herausragender Bauten der Gegenwart – von der Allianz Arena bis zum Lenbachhaus-Erweiterungsbau.
Bedeutende Bauten
Architektur-Highlights
der letzten Jahrzehnte.
Alle hier beschriebenen Bauten sind nach verifizierten Quellen dokumentiert.
Allianz Arena
Herzog & de Meuron, Basel
Herzog & de Meuron gewannen 2002 den internationalen Wettbewerb mit einem Entwurf, der das Stadion als leuchtenden Körper in der Landschaft inszeniert. Fast 2.800 rautenförmige Luftkissen aus ETFE-Folie bilden die äußere Haut. Je nach Veranstaltung leuchtet die Hülle in Rot (FC Bayern), Blau (TSV 1860) oder Weiß. Das Stadion bietet 66.000 Zuschauern Platz und wurde zur WM 2006 fertiggestellt – in der Rekordzeit von 30 Monaten.
Pinakothek der Moderne
Stephan Braunfels Architekten, München
Entworfen vom Münchner Architekten Stephan Braunfels, vereint das Haus vier eigenständige Institutionen unter einem Dach. Von außen ein freistehender Block aus weißem Sichtbeton; im Inneren öffnet es sich zu einer zentralen, 17 Meter hohen lichtdurchfluteten Rotunde. Die Pinakothek der Moderne gilt als bedeutendste kulturelle Investition Bayerns um die Jahrtausendwende.
Herz-Jesu-Kirche
Allmann Sattler Wappner Architekten, München
Nach einem Brand 1994 gewann das Münchner Büro Allmann Sattler Wappner den Realisierungswettbewerb für einen Neubau ohne Vorbild in der Kirchenarchitektur. Das Gebäude besteht aus zwei ineinandergefügten Hüllen: einer äußeren aus Glas und einer inneren aus Holzlamellen. Die raumhohen Portale können vollständig geöffnet werden. Je nach Tageszeit durchdringt unterschiedlich viel Licht den Kirchenraum – ein atmosphärisches Kalkül von großer Präzision.
BMW Welt
Coop Himmelb(l)au, Wien/Los Angeles
Wolf D. Prix und Coop Himmelb(l)au realisierten mit der BMW Welt einen der spektakulärsten Gewerbebaubauten Europas der 2000er Jahre. Dominiert wird das Gebäude von einem gewaltigen Doppelkegel aus Stahl und Glas, der das Dach trägt und als skulpturales Zentrum des Ensembles wirkt. Die fließenden Formen ohne erkennbare Tektonik sind Markenzeichen des Dekonstruktivismus – hier in außergewöhnlicher Konsequenz umgesetzt.
Museum Brandhorst
Sauerbruch Hutton Architekten, Berlin
Die Außenhaut des schmalen, langgestreckten Baus besteht aus 36.000 glasierten Keramikstäben, die je nach Lichteinfall in verschiedenen Farben schimmern. Im Inneren drei Ausstellungsebenen, die durch eine großzügige Treppe verbunden sind. Das Museum Brandhorst ist auch in Sachen Klimaschutz vorbildlich: modernes Lichtkonzept mit Tageslichtpriorität, energiesparende Raumtemperaturregelung, Grundwasserpumpen und Wärmetauscher.
Lenbachhaus – Erweiterungsbau
Foster + Partners, London
Norman Foster setzte den Erweiterungsbau in direkten Dialog mit der historischen Villa Franz von Lenbachs. Der Neubau ist mit einer goldenen Kupferfassade verkleidet, die sich durch Oxidation im Laufe der Jahre verändert. Der Eingriff gilt als beispielhaft für kontextsensible, zurückhaltende Architektur – zwei Epochen, die sich befragen, ohne sich zu verdrängen.
Fünf Höfe
Herzog & de Meuron, Basel
Herzog & de Meuron öffneten einen ehemals geschlossenen Altstadtblock und wandelten ihn in ein modernes Ensemble aus Höfen und Passagen um. Das Projekt gilt als Referenz für städtebauliche Innenstadtentwicklung: Neue Öffentlichkeit in bestehenden Strukturen schaffen – ohne Abriss, ohne Spektakel, mit dem Respekt vor dem Ort als Entwurfsgrundlage.
NS-Dokumentationszentrum
Georg-Scheel-Wetzel Architekten, München
Am Standort der ehemaligen NSDAP-Parteizentrale errichteten Georg-Scheel-Wetzel einen weißen kubischen Bau als bewussten Kontrast zu den nationalsozialistischen Monumentalbauten der Nachbarschaft. Fenster nach allen vier Seiten schaffen Bezüge zu historischen Relikten der Umgebung. Die Architektur vermeidet Monumentalität – sie stellt das Dokumentierte, nicht sich selbst in den Vordergrund.
Was München prägt
Architektonische
Haltungen.
Vom Olympiastadion zur Gegenwart
Das Olympiastadion von 1972 (Behnisch/Frei Otto) setzte den Ausgangspunkt. Die Allianz Arena 2005 ist seine Antwort: Geschlossenheit statt Offenheit, Leuchtkörper statt Transparenz. Zwei Meisterwerke – zwei Gesellschaftsepochen.
Das Kunstareal als Labor
Pinakothek der Moderne, Museum Brandhorst, Lenbachhaus – drei bedeutende Museumsbauten innerhalb weniger hundert Meter. Jeder verhandelt Licht und Raum neu, auf seine eigene Art.
Internationales Büro, lokaler Kontext
Herzog & de Meuron, Foster + Partners, Coop Himmelb(l)au, Sauerbruch Hutton – München zieht internationale Büros an. Gleichzeitig hat die Stadt eine eigenständige Architekturszene mit Allmann Sattler Wappner, Hild und K und anderen.
Architektur München – Kontext
München als Architekturstadt.
München hat architektonisch weit mehr zu bieten als historische Altstadt und Barockkirchen. Seit den 1970er Jahren hat die Landeshauptstadt ein dichtes Feld herausragender Bauten entwickelt, das weit über den Status einer Regionalmetropole hinausweist.
Entscheidend dafür war eine Kombination aus öffentlicher Investitionsbereitschaft, konsequenter Wettbewerbskultur und einem wirtschaftlichen Umfeld, das internationale Büros anzieht. Die Bayerische Architektenkammer (ByAK) spielt dabei eine wichtige Rolle: mit den jährlichen Architektouren, mit der Förderung von Baukultur und mit dem öffentlichen Mitgliederverzeichnis, das Transparenz über die Qualifikation von Planern schafft.