Architektur München

Moderne Architektur
in München.

München ist eine der architektonisch dichtesten Städte Deutschlands. Eine Dokumentation herausragender Bauten der Gegenwart – von der Allianz Arena bis zum Lenbachhaus-Erweiterungsbau.

Bedeutende Bauten

Architektur-Highlights
der letzten Jahrzehnte.

Alle hier beschriebenen Bauten sind nach verifizierten Quellen dokumentiert.

2005 · München-Fröttmaning

Allianz Arena

Herzog & de Meuron, Basel

Herzog & de Meuron gewannen 2002 den internationalen Wettbewerb mit einem Entwurf, der das Stadion als leuchtenden Körper in der Landschaft inszeniert. Fast 2.800 rautenförmige Luftkissen aus ETFE-Folie bilden die äußere Haut. Je nach Veranstaltung leuchtet die Hülle in Rot (FC Bayern), Blau (TSV 1860) oder Weiß. Das Stadion bietet 66.000 Zuschauern Platz und wurde zur WM 2006 fertiggestellt – in der Rekordzeit von 30 Monaten.

StadionETFE-FassadeHerzog & de Meuron
2002 · München Kunstareal

Pinakothek der Moderne

Stephan Braunfels Architekten, München

Entworfen vom Münchner Architekten Stephan Braunfels, vereint das Haus vier eigenständige Institutionen unter einem Dach. Von außen ein freistehender Block aus weißem Sichtbeton; im Inneren öffnet es sich zu einer zentralen, 17 Meter hohen lichtdurchfluteten Rotunde. Die Pinakothek der Moderne gilt als bedeutendste kulturelle Investition Bayerns um die Jahrtausendwende.

MuseumSichtbetonStephan Braunfels
2000 · München-Neuhausen

Herz-Jesu-Kirche

Allmann Sattler Wappner Architekten, München

Nach einem Brand 1994 gewann das Münchner Büro Allmann Sattler Wappner den Realisierungswettbewerb für einen Neubau ohne Vorbild in der Kirchenarchitektur. Das Gebäude besteht aus zwei ineinandergefügten Hüllen: einer äußeren aus Glas und einer inneren aus Holzlamellen. Die raumhohen Portale können vollständig geöffnet werden. Je nach Tageszeit durchdringt unterschiedlich viel Licht den Kirchenraum – ein atmosphärisches Kalkül von großer Präzision.

SakralbauAllmann Sattler Wappner
2007 · München-Olympiapark

BMW Welt

Coop Himmelb(l)au, Wien/Los Angeles

Wolf D. Prix und Coop Himmelb(l)au realisierten mit der BMW Welt einen der spektakulärsten Gewerbebaubauten Europas der 2000er Jahre. Dominiert wird das Gebäude von einem gewaltigen Doppelkegel aus Stahl und Glas, der das Dach trägt und als skulpturales Zentrum des Ensembles wirkt. Die fließenden Formen ohne erkennbare Tektonik sind Markenzeichen des Dekonstruktivismus – hier in außergewöhnlicher Konsequenz umgesetzt.

DekonstruktivismusCoop Himmelb(l)au
2009 · München Kunstareal

Museum Brandhorst

Sauerbruch Hutton Architekten, Berlin

Die Außenhaut des schmalen, langgestreckten Baus besteht aus 36.000 glasierten Keramikstäben, die je nach Lichteinfall in verschiedenen Farben schimmern. Im Inneren drei Ausstellungsebenen, die durch eine großzügige Treppe verbunden sind. Das Museum Brandhorst ist auch in Sachen Klimaschutz vorbildlich: modernes Lichtkonzept mit Tageslichtpriorität, energiesparende Raumtemperaturregelung, Grundwasserpumpen und Wärmetauscher.

MuseumKeramikfassadeSauerbruch Hutton
2013 · München Königsplatz

Lenbachhaus – Erweiterungsbau

Foster + Partners, London

Norman Foster setzte den Erweiterungsbau in direkten Dialog mit der historischen Villa Franz von Lenbachs. Der Neubau ist mit einer goldenen Kupferfassade verkleidet, die sich durch Oxidation im Laufe der Jahre verändert. Der Eingriff gilt als beispielhaft für kontextsensible, zurückhaltende Architektur – zwei Epochen, die sich befragen, ohne sich zu verdrängen.

MuseumKupferfassadeFoster + Partners
2003 · München Innenstadt

Fünf Höfe

Herzog & de Meuron, Basel

Herzog & de Meuron öffneten einen ehemals geschlossenen Altstadtblock und wandelten ihn in ein modernes Ensemble aus Höfen und Passagen um. Das Projekt gilt als Referenz für städtebauliche Innenstadtentwicklung: Neue Öffentlichkeit in bestehenden Strukturen schaffen – ohne Abriss, ohne Spektakel, mit dem Respekt vor dem Ort als Entwurfsgrundlage.

StädtebauInnenstadtHerzog & de Meuron
2015 · München Königsplatz

NS-Dokumentationszentrum

Georg-Scheel-Wetzel Architekten, München

Am Standort der ehemaligen NSDAP-Parteizentrale errichteten Georg-Scheel-Wetzel einen weißen kubischen Bau als bewussten Kontrast zu den nationalsozialistischen Monumentalbauten der Nachbarschaft. Fenster nach allen vier Seiten schaffen Bezüge zu historischen Relikten der Umgebung. Die Architektur vermeidet Monumentalität – sie stellt das Dokumentierte, nicht sich selbst in den Vordergrund.

GedenkstätteGeorg-Scheel-Wetzel

Was München prägt

Architektonische
Haltungen.

I

Vom Olympiastadion zur Gegenwart

Das Olympiastadion von 1972 (Behnisch/Frei Otto) setzte den Ausgangspunkt. Die Allianz Arena 2005 ist seine Antwort: Geschlossenheit statt Offenheit, Leuchtkörper statt Transparenz. Zwei Meisterwerke – zwei Gesellschaftsepochen.

II

Das Kunstareal als Labor

Pinakothek der Moderne, Museum Brandhorst, Lenbachhaus – drei bedeutende Museumsbauten innerhalb weniger hundert Meter. Jeder verhandelt Licht und Raum neu, auf seine eigene Art.

III

Internationales Büro, lokaler Kontext

Herzog & de Meuron, Foster + Partners, Coop Himmelb(l)au, Sauerbruch Hutton – München zieht internationale Büros an. Gleichzeitig hat die Stadt eine eigenständige Architekturszene mit Allmann Sattler Wappner, Hild und K und anderen.

Architektur München – Kontext

München als Architekturstadt.

München hat architektonisch weit mehr zu bieten als historische Altstadt und Barockkirchen. Seit den 1970er Jahren hat die Landeshauptstadt ein dichtes Feld herausragender Bauten entwickelt, das weit über den Status einer Regionalmetropole hinausweist.

Entscheidend dafür war eine Kombination aus öffentlicher Investitionsbereitschaft, konsequenter Wettbewerbskultur und einem wirtschaftlichen Umfeld, das internationale Büros anzieht. Die Bayerische Architektenkammer (ByAK) spielt dabei eine wichtige Rolle: mit den jährlichen Architektouren, mit der Förderung von Baukultur und mit dem öffentlichen Mitgliederverzeichnis, das Transparenz über die Qualifikation von Planern schafft.

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